Weltbild · Menschenbild · Gottesbild
Die Zellularkosmologie ist nicht nur ein alternatives astronomisches Modell. Sie ist eine fundamentale Neuausrichtung der Beziehung des Menschen zum Kosmos, zum Selbst und zum Göttlichen.
Die Gleichung

Weltbild = Menschenbild = Gottesbild
Wie wir die Struktur des Kosmos verstehen, prägt unmittelbar unser Selbstverständnis:
- In einem zufälligen, unendlichen Universum ist die Menschheit ein Unfall — ein kosmischer Nachgedanke auf einem unbedeutenden Gesteinsbrocken.
- In einem konzentrischen, zweckvollen Kosmos nimmt die Menschheit eine bedeutungsvolle Position ein — lebend auf der Innenfläche einer göttlich strukturierten Zelle, ausgerichtet auf ein leuchtendes Zentrum.
Die drei Kränkungen (Freud)
Sigmund Freud identifizierte drei große „Kränkungen" des menschlichen Selbstverständnisses:
- Kopernikus: Die Erde ist nicht das Zentrum des Universums
- Darwin: Der Mensch ist nicht getrennt vom Tier
- Freud selbst: Das Bewusstsein ist nicht Herr der Psyche
Die Zellularkosmologie stellt die erste und grundlegendste dieser Kränkungen in Frage.
Die Psycho-Kosmologische Krise (Kirchhoff)
Philosoph Jochen Kirchhoff argumentiert, dass das kopernikanische Weltbild eine tiefe, weitgehend unbewusste Krise in der menschlichen Zivilisation erzeugte. Indem es die Menschheit aus einer bedeutungsvollen kosmischen Position entfernte, durchtrennte es die Verbindung zwischen dem Makrokosmos und dem Mikrokosmos, zwischen physischer Wirklichkeit und spiritueller Bedeutung, zwischen Wissenschaft und Religion.
Einheit von Wissenschaft und Religion

Thomas von Aquin argumentierte, dass Wissenschaft und Religion untrennbar sind — zwei Wege zur selben Wahrheit. Die moderne Trennung von „Fakten" und „Werten" ist selbst ein Produkt der kopernikanischen Verdrängung.
Im zellulären Kosmos ist die Struktur der Wirklichkeit bedeutungsvoll.
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Das Ostermysterium
Das Ostermysterium: Eine konzentrische Deutung
Der Koran und die Kreuzigung
Sure 4:157 stellt fest: „Sie haben ihn nicht getötet und nicht gekreuzigt — sondern es erschien ihnen so." Die orthodoxe Interpretation liest dies als historische Verneinung der Kreuzigung, doch diese Lesart schöpft den sprachlichen Spielraum des arabischen Textes nicht aus.
Das entscheidende shubbiha lahum („es erschien ihnen so") ist grammatisch mehrdeutig. Es kann bedeuten: „Ihr Verständnis des Vorgangs war fehlerhaft." Die Henker glaubten, Jesus zu vernichten, töteten aber nur den Leib — nicht sein Wesen. Der Koran leugnet nicht die historische Kreuzigung, sondern die Deutungsmacht der Henker über das Ereignis. Dies ist eine metaphysische, keine historische Aussage.
Ibn Arabi deutete dies ähnlich: Jesus starb auf eine Weise, die die Sterbenden nicht verstanden. Das Geheimnis lag nicht im physischen Tod, sondern in dem, was durch ihn geschah.
Psalm 22: Das gesungene Vorspiel
Jesus' Rezitation von Psalm 22 am Kreuz — „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" — ist kein Verzweiflungsschrei, sondern ein bewusster liturgischer Akt. Der Psalm beginnt mit extremster Gottverlassenheit und endet mit kosmischem Triumph:
- „Sie teilen meine Kleider unter sich" — erfüllte Prophezeiung
- „Sie haben mir Hände und Füße durchbohrt" — erfüllte Prophezeiung
- „Alle Enden der Erde werden sich besinnen" — die Verheißung
Wer im jüdischen Verständnis den ersten Vers singt, singt den ganzen Psalm. Jesus zitiert nicht nur die Klage, sondern singt die Prophezeiung ihrer Auflösung.
Blut und Wasser: Das kosmische Opfer
Der Lanzenstich des Longinus (Johannes 19:34) bringt Blut und Wasser hervor. Im jüdischen Versöhnungsritual werden über dem Kapporet — dem Gnadenthron der Bundeslade — genau diese Substanzen vergossen, das einzige Opfer unmittelbar vor Gottes Angesicht im Allerheiligsten.
Jesus stirbt als Hohepriester und Opferlamm zugleich. Das Blut und Wasser aus der Seitenwunde sind die Opfergaben über dem wahren Gnadenthron. Der Heilige Gral symbolisiert den Behälter dieses größten Opfers der Geschichte.
Die alchemistische Passion
Die Werkzeuge der Passion entsprechen alchemistischen Prozessen:
- Geißelung — Calcination: Das Rohmaterial wird durch Schlag gereinigt, äußere Schlacken abgetrennt
- Dornenkrone — Putrefaction: Der Verstand als Sitz des Egos wird durchbohrt, das analytische Ich gekrönt mit seiner Auflösung
- Nägel — Fixation: Der Körper wird fixiert, das Volatile gebunden, damit das Reine aufsteigen kann
Das Kreuz ist das vas hermeticum, das hermetische Gefäß der Transmutation.
Die drei Bilder des Durchbruchs
Jesus wählte das tiefste Bild selbst (Johannes 12:24): „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein."
Das Samenkorn verschwindet vollständig in der dunklen Erde, unsichtbar ohne äußere Zeichen. Der Glaube muss ohne Bestätigung auskommen. Erst bei innerer Reife bricht die Schale von innen.
Das Ei bricht nicht durch äußeren Eingriff, sondern weil das Wesen darin zu groß geworden ist. Das leere Grab ist ein geborstenes Ei. Der Stein wird weggerollt, damit andere hineinsehen können.
Der Schmetterling zeigt den radikalsten Prozess: Die Raupe löst sich im Kokon völlig auf, ihre Zellen dedifferenzieren zu formloser Suppe, bevor die neue Gestalt entsteht. Vollständige Auflösung vor Auferstehung.
Judas: Der notwendige Schatten
Ohne Verrat keine Verurteilung, ohne Verurteilung keine Kreuzigung, ohne Kreuzigung keine Auferstehung. Jesus kannte es voraus (Johannes 13:27): „Was du tust, das tue bald." Er hätte es verhindern können, tat es nicht. Judas war integrierter Teil des göttlichen Plans.
Die Reue danach — Rückgabe der Silberstücke, Selbstmord — zeigt, dass Judas das Gewicht seiner Tat vollständig empfand. Er war kein kalter Verräter, sondern von etwas überwältigt, das größer war als er.
Arthur Young und die vierte Stufe
Youngs Theory of Process beschreibt sieben Stufen:
1. Licht — reines Potential
2. Teilchen — erste Bindung
3. Atome — zunehmende Komplexität
4. Moleküle — maximale Unfreiheit, der Umkehrpunkt
5. Pflanzen — erste Autonomie
6. Tiere — Mobilität, Willensfreiheit
7. Menschen — Rückkehr zur Freiheit im Bewusstsein
Die vierte Stufe ist Tiefpunkt und Drehpunkt zugleich — größter Determinismus, wo sich entscheidet, ob der Geist den Rückweg antritt. Christi Inkarnation ist dieser Abstieg in die vierte Stufe, die Kreuzigung ihr Tiefpunkt, die Auferstehung der Beweis der überwundenen Umkehr.
Metanoia — nicht psychologische Reue, sondern kosmische Umkehr der Richtung. Das Kreuz ist der geometrische Ort dieser Umkehr.
Cross the I: Kreuzige das Ego
Das Kreuz (†) entsteht, wenn ein Querstrich das senkrechte I durchbohrt. Das sich als absolut setzende Ich wird durch ein Anderes gekreuzt, relativiert, aufgehoben.
Verzicht ist der einzige Weg aus der Weltverhaftung. Wer am Leben hängt, verliert es. Wer es verliert, gewinnt das ewige Leben.
Dasselbe Zentrum
Das Ostermysterium ist ein kosmisches Ritual, vollzogen in der Geschichte:
- Der Geist steigt in äußerste Materie hinab — Inkarnation
- Er erreicht den Tiefpunkt der Unfreiheit — Kreuzigung, Tod
- Er vollzieht die kosmische Metanoia — Auferstehung
- Und beweist: Der Tod hat nicht das letzte Wort
Koran, Psalm, Alchemie, Young, das Korn — alle bezeugen dasselbe Geheimnis auf verschiedenen Ebenen: Verliere dein Leben, um es zu gewinnen. Wer am Ich festhält, verliert sich. Wer das Ich loslässt, findet das dahinter wartende Selbst.
Dies ist keine christliche Exklusivwahrheit, sondern die innerste Grammatik des Kosmos — erlebt von jedem, der den eigenen Kokon wirklich aufgelöst hat.
Das toroidale Yin-Yang-Symbol
Title: Das ursprüngliche, toroidale Yin-Yang-Symbol ist das "Zeichen der Wahrheit"! Date: 2020-08-18 Labels: Taiji
"Zeichen und Symbole regieren die Welt, nicht Worte noch Gesetze." - Konfuzius
Symbole haben große Bedeutung, weil ein Bild bekanntlich mehr als 1000 Worte sagt, indem es ein Prinzip zum Ausdruck bringt. Die Verwendung bestimmter Symbole und Gesten entsprechen auch dem Zeitgeist und prägen ihn unterbewusst (man denke an die Friedenssymbole und Friedensgesten).
Links die toroidal-zentriert-asymmetrische Taijitu-Darstellung der geschlechtlichen Yin-Yang-Komplementarität. Rechs das reduzierte, symmetrisch-relativistische Polaritätsymbol aus der Ming-Dynastie.
Das ursprüngliche Yin-Yang hieß Taiji. Das Zeichen 太 (tài) bedeutet „sehr“, „höchst“, „äußerst“, „der/die/das Größt(e)“, das Maximum, also der Umkreis (die Erde).
Das
Zeichen 極/极 (jí) steht dagegen für den Gipfel eines Berges, den
Firstbalken eines Satteldaches, aus dem sich die Bedeutung des
Hauptpunktes, des Pols, der Mitte, des Zentrums, der Achse (um die sich der Himmel dreht) ableitet.
Taijitu von Lai Shi - das ursprüngliche Yin-Yang-Symbol
Geschlechlichkeit und Polarität
Das neuere Yin-Yang-Symbol aus der Ming-Epoche (rechts) ist international bekannt und sogar fester Bestandteil des internationalen UTF-Zeichencodes mit der Nummer U+262F(☯). Es kommt vielen spontan als erstes in den Sinn, wenn man sie nach einem Symbol für die Polarität und Wechselbeziehung von männlich (yang) und weiblich (yin) fragt. Fast niemand aber weiß, dass die heute verbreitetste Form noch gar nicht so alt ist und erst in der Ming-Dynastie (1368-1644) das ursprüngliche sog. "Taijitu"-Symbol (links) ablöste, das sich aus zwei konzentrischen Kreisen zusammensetzt.
Die beiden Symbole ähneln sich bezüglich den in sich verschlungenen, schwarz-weißen Wellen, die für einen polaren Gegensatz, sowie für rhythmisch-zirkulierenden Wechsel (von Tag und Nacht) stehen. Die geschlechtliche Komplementarität fehlt jedoch! Man findet sie in Reinform noch in einem der ältesten und höchsten Schöpfungssymbole des Hinduismus, dem Shiva-Lingam. Von oben betrachtet wird hier der Lingam (Phallus) von der Yoni (Vulva) umschlossen und deckt sich mit dem toroidalen Taiji-Symbol.Geschlechtliche Komplementarität im Shiva-Lingam, dem zentralen Schöpfungssymbol des Hinduismus.### Shiva-Shakti (Yang-Yin) in kosmischer Vereinigung
Verlust der Mitte
Die
geschlechtliche Komplementarität von Männlichkeit (Lingam, Penis,
Achse, Mittelpunkt) und Weiblichkeit (Yoni, Scheide, Rad, Kreis) fehlt in einem nichtkomplementären, nichtzentrierten, weitgehend symmetrischen Symbol wie dem Ming-Yin-Yang. Weil
der obere Tropfen hell (männlich-strahlend) ist, muss der untere ja
nicht automatisch dunkel (weiblich-empfangend) sein. Beide Phasen unterscheiden
sich nicht auf der prinzipiellen Ebene, die Positionen sind
austauschbar. Und genau diese Relativität einer "hierarchielosen Gleichberechtigung" führt zur Auflösung der natürlich-bio-logischen Gegensätze. Es stiftet damit buchstäblich diabolische Verwirrung (dia-ballein, gr.: durcheinanderwerfen), und das nicht zuletzt im Selbstverständnis von Mann und Frau, bzw. ihrer gegenseitigen Beziehung.
Taiji und Torus
Das zentrierte Symbol enthält gleichzeitig Rotation, sowie - aufgrund des Zentrums - Kontraktion und Expansion. Es kann auch als toroidales Yin-Yang bezeichnet werden, wenn man den Torus von oben betrachtet. Der Torus zeigt die spiralförmigen Poltrichter, die im Mittelpunkt der Toruskugel zusammentreffen.
Torus mit vollständiger Komplementarität: dreidimensionale Kugel um dimensionslosen Mittelpunkt
Toroidal-fraktales Yin-Yang, abgeleitet aus dem Taijitu
Gleichmachung erzeugt Chaos und Disharmonie
Die chinesische Ming-Dynastie, in der das wahre durch das falsche Taiji ersetzt wurde, litt wohl auch unter Dekadenz und wurde schwarzmagisch beherrscht, wie jedes Reich in seiner destruktiven Endphase, z.B. Atlantis, das Aztekenreich, Babylon, Rom, bzw. dessen heutiger Nachfolger, das angloamerikanische Imperium mit seiner negativen Identität als "Weltpolizist" und seinem nekrophilen "American Way of Life".
Dass die feministische Gleichmachung von Mann und Frau ein Irrweg ist, erklärt sich bereits aus dem geschlechtlich komplementären, asymmetischen Prinzip von Shiva-Shakti (bezogen auf das strukturgebenden Zentrum - die Leere - und die Peripherie - Fülle). Die Komplementarität bedeutet aber nicht, dass Frauen nicht auch gleichwertige Rechte zustehen sollte (wie sie z.B. im frühen, für seine Zeit absolut revolutionären Islam erstmals gesetzlich zugesichert wurden). Heute wäre so ein typisch weibliches Recht z.B. die freie Entscheidung zwischen beruflicher Karriere und anerkannter, staatlich geschützter und geförderter Mutterschaft. Nur dadurch lässt sich die millionenfache Abtreibung des ungeborenen Lebens verhindern (die übrigens auf Karl Marx zurückgeht) und wahrer Frieden erreichen. Der Verlust der Mitte bedeutet Verwirrung und Unfrieden
Es ist schon erstaunlich, dass gerade die Schamanen der "unzivilisierten Völker" die kosmische Wahrheit so genau erfassten, allen voran Black Elk, der Schamane der Ogallala-Sioux. Das nordamerikanische "große Geheimnis" (Wakan-Tanka) im Mittelpunkt der Welt deckt sich genau mit dem fernöstlichen Taiji-Gedankengut. Beide Kulturen sind diesbezüglich verwandt.
Das Taiji-Symbol als Abbild des Kosmos
Wir leben angeblich in einem azentrischen Universum. Irrationalität hat sich breitgemacht. Aber genau diese Vorstellung entspricht dem Verlust der Mitte ist falsch. Das toroidale Taiji-Symbol beschreibt zudem den toroidalen Aufbau des Zellularkosmos: Es enthält eine Tag- und eine Nachthälfte, ein Zentrum (Himmelsfeste), die Peripherie (umgebende Erdschale) und den Ätherwirbel, der auch die Eigenrotation der Himmelsfeste bewirkt. Die Tagseite wird durch das gelbe Sonnenkardioid bestimmt, während die Nachtseite eher einer flachen Mondsichel ähnelt. Das Kardioid entsteht durch an einem Äthergradienten gekrümmte Lichtstrahlen, die von der kleinen gelben Sonne (auf drei Uhr, rechts von der Himmelsfeste) ausgehen, ausladen bis auf die begrenzende Erdschale (auf sechs, bzw. zwölf Uhr), auf deren Innenseite wir uns in Wahrheit befinden, und sich über der Nachtseite der Erdschale wieder zur Mitte hin zurückkrümmen (bei neun Uhr), ohne sie zu treffen.
Die äußere Erdschale des Zellularkosmos ist statisch, dafür rotiert die Himmelfeste in der Mitte.
Hier eine gut gemachte Animation des Toroidalen Universums (wenn auch mit zellularkosmologisch nicht immer korrekten Untertiteln):
Das Taiji-Symbol und das "Zeichen der Wahrheit"
Ein Zeichen für den erwachenden Zeitgeist und eine Synchronizität am Rande: Seit Ende 2019 verbreitet sich in Deutschland das Taiji-Zeichen auch als Sonnenzeichen, bzw. als "Zeichen der Wahrheit" unter dem gewöhnlich der Slogan "erkennen - erwachen - verändern" steht. Seinen weltlichen Zuspruch findet das Zeichen als Symbol für friedlichen Protests und für Aufklärung von Regierungsbetrug auf allen Ebenen. Markeninhaber, Autor und Youtube-Influencer Heiko Schrang ist der Frontmann des Zeichens, das mit Slogan seit August 2020 sogar eine Brücke ziert.
Es bleibt zu wünschen, dass der vorliegende Artikel die Träger des "Zeichens der Wahrheit" auf die übergeordnete kosmischen Symbolik hinweist: die geschlechtliche Komplementarität, das wahre Yin-Yang-Symbol, das Shiva-Shakti, das höchste kosmische Prinzip, aber auch der dreifaltige Zellularkosmos.
Weitere Synchronizität: Auch ein entsprechender einfacher Kornkreis ist im Juni 2020 in Poland, Orchow entstanden, wobei dieser noch von einem zweiten, gleichgroßen Kreis geschnitten wird. Alles Zufall?
Dualismus und Nondualismus
Title: Dualismus und Nondualismus - zwei gleichwertige Betrachtungsweisen der Wirklichkeit Date: 2019-08-07 Labels: Dualismus Erkenntnis wird stets durch Vergleich, durch Analogiebildung gewonnen (vgl. dazu den Artikel "Wahrheit und ihre konzentrische Erkenntnis"). Das gilt gleichermaßen in der Physik, wie in der Philosophie. Geometrisch-topologische Paradoxien können zur Veranschaulichung von ontologischen (das Sein betreffenden) Fragegestellungen dienen. Eine Möbiusschleife ist eine solche Paradoxie. Es entsteht durch Auftrennen und verdrehtes Wiederzusammenfügen eines geschlossBandes. Es hat - auf seine ganze Länge betrachtet - nur einer Seite: Fährt man es mit dem Finger ab, kommt man sowohl auf der Vorder-, als auch auf der Rückseite vorbei. Aber lokal, an einer Stelle hat es zwei Seiten, die deutlich voneinander unterschieden werden können. Wenn man die Möbiusschleife als Kondensator konzipiert (also aus zwei elektrisch leitenden Schichten mit einer Isolationsschicht / Dielektrikum dazwischen) und beide übereinanderliegenden Schichten an einer Stelle mit einer Spannungsquelle verbindet, kann man bei hoher Frequenz eine lokale Ladungsdifferenz zwischen oben und unten erzeugen, die bei niedriger nicht mehr vorhanden wäre, da dann die Ladungen schnell genug über die ganze Bandlänge wandern und sich ausgleichen. Das Möbiusschleife soll aufgrund dieser Paradoxie bisher unerforschte physikalische Eigenschaften besitzen (Stichworte: freie Energie, Resonanzfrequenz, magnetischer Monopol). Auch ein Torus hat ein Innen (den Trichter entlang seiner Mittelachse) und ein Außen (die Kugeloberfläche) übergeht und umgekehrt. Zieht man einen Zaun um eine Polöffnung, entsteht eine Trennung zwischen Polöffnung und der restlichen Kugeloberfläche. Aber über den Mitteltrichter sind die Seiten wiederum verbunden.
Torus mit verbindenden Mitteltrichtern
So, wie die Schichten in der Möbiusschleife gleichzeitig getrennt und doch vereint sind, so kann man die Paradoxie der Einheit in der Vielfalt (Unity in Diversity) verstehen, der gleichzeitigen Realität von Dualismus und Nondualismus. "Einheit in der Trennung" - Unity in Diversity ist die paradoxe Grundstruktur des Universums. Paradox erscheint sie unserem Verstand, weil wir verschiedene Betrachtungsweisen kennen: die konkrete, naheliegende (wie sie astrologisch durch das Zeichen des Zwillings, bzw. des dritten Hauses symbolisiert wird) und die abstrakte, übergeordnete (Schütze, 9. Haus). Da alle Wahrnehmungsweisen, bzw. Bewusstseinzustände gleichermaßen Teil des menschlichen Wesens und der menschlichen Erfahrung sind, sind aus ganzheitlicher Sicht alle gleichberechtigt und gleich gültig und wären nicht einmal hierarchisch unterscheidbar. Das Paradoxe an diesem gleichzeitigen Sowohl-als-Auch beruht nicht auf einer prinzipiellen Unvorstellbarkeit, bzw. Unlogik, sondern wohl auf einer wechselseitigen Wahrnehmungs-Exklusivität (vgl. die dazu analoge kontravalente boolsche XOR-Funktion): Die Wahrnehmung eines Sachverhalts (wie der Verbundenheit, Determiniertheit) muss für ihre Dauer immer die andere Seite (nämlich die genauso existierende Getrenntheit, die Possibilität) ausblenden. Freier Wille entspricht dem Dualismus, Determiniertheit dem Nondualismus. Ein selbstbewusstes Wesen wie der Mensch kann sich aber wohl nicht gleichzeitig als (getrennten) aktiven Willensausübenden und als (verbundenen) passiven Zuschauer wahrnehmen.
Die metaphorische Analogie zu dieser XOR-Selektivität ist das sog. Kippbild, z.B. in Form zweier sich anschauenden Gesichtsprofile, die zugleich die Silhouette einer Vase bilden.
Wenn man an die Vase denkt, bzw. sie fokussiert, verschwinden in dem Moment die Gesichter und umgekehrt. Die Vase läst sich nur als "Nicht-Gesicht" beschreiben, die Gesichter nur als "Nicht-Vase". Das Kippbild existiert zwar unbestreitbar als ein Ganzes, aber für dieses Weder-Noch gibt es keinen Begriff. Die Ganzheit (bzw. die göttliche Essenz) wird deshalb in der vedischen Philosophie auch als "Neti-Neti" ("nicht dieses, nicht jenes") bezeichnet.
Das Paradox des Sowohl-als-Auch bleibt aber trotz der XOR-Exklusivität wirksam, bzw. wirk-lich, wahr und vorstellbar, da es sogar in einem dreidimensionalen Objekt wie der Möbiusschleife existiert. Es ist keineswegs dysfunktionell, denn bekanntlich ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile!
Aus der dualistischen Sicht des Getrenntseins ergeben sich immerhin Freiheit, Eigenständigkeit und Verantwortung. Auch die Liebe ist ein Ausdruck der Einheit in der Vielfalt, da sie einerseits eine Verbundenheit bedeutet, sich aber andererseits auch nicht erzwingen oder kontrollieren lässt und folglich nur zwischen zwei unabhängigen Individuen stattfinden kann. Die sog. "Selbstliebe", zu der in esoterischen, oder sollte man sagen: in "egoterischen" Kreisen aufgefordert wird, ist in diesem Sinne aber ein Widerspruch in sich. Das christlich-ökumenische Gebot der Nächstenliebe ("Liebe deinen Nächsten") bezieht sich vor allem auf den Nächsten. Der Zusatz "... wie dich selbst" lautet denn auch richtig übersetzt "...als wäre er du selbst" (also nicht unterschieden von einem selbst), wodurch wieder nur die Einheit in der Vielfalt betont wird. Als Ebenbild des Schöpfers ist der Mensch eins mit Gott, aber dennoch getrennt von ihm (vgl. "Ich und der Vater sind eins" - aber nicht: "ich bin der Vater"). Die Einheit mit Gott wird hergestellt über den göttlichen Funken im Menschen selbst, auch "Atman" genannt. Der Mensch als Torus verfügt über ein Außen (die Kugel, die für Körper, Seele und Geist steht), das aber zugleich aus dem Inneren (dem singulären, infinitesimalen Mittelpunkt in der Torusmitte) gespeist wird und mit ihm in Wechselbeziehung steht. Diese Singularität steht für Sein-Bewusstsein-Glückseligkeit (Sat-Chit-Ananda) und ist das Tor zur Transzendenz (Losgelöstheit von der Schöpfung), die der Mensch mit dem gleichzeitig transzendenten und immanenten Schöpfer teilt (vgl. achyntia bheda abheda tattvam). Bezogen auf die sieben Chakren (die Energiewirbel entlang der Wirbelsäule) wären die unteren sechs Chakren mit der Schöpfung verbunden (und über die Doppeltrichternatur der Chakren mit den zwölf Tierkreiszeichen), während das siebte Chakra (das Scheitelchakra) nach oben schaut, in Richtung des transzendenten Himmels.
Wahrheit und konzentrische Erkenntnis
Wahrheit und ihre konzentrische Erkenntnis
Zusammenfassung
Der letzte Zweck aller Wissenschaft und Religion ist die systematische Erkenntnis der Wahrheit. Dem objektiven Verstand sind jedoch durch den rein subjektiven Wesenskern der Wirklichkeit prinzipielle Grenzen gesetzt (Gödelsches Unvollständigkeitstheorem). Da er nur durch Vergleich erkennen kann, entzieht sich ihm die Singularität, das eigenschaftslose, unbegreifliche Sein. Die Wirklichkeit ist konzentrisch aufgebaut: Die äußere, sichtbare Welt ist Symbol der inneren, unsichtbaren. Und da sich alles analog zueinander verhält (wie innen, so außen, wie oben, so unten), muss auch der konkrete, materielle Kosmos konzentrisch aufgebaut sein - wodurch die Zellularkosmologie abstrakt bewiesen wäre. Der kabbalistische Baum des Lebens mit seinen zehn Sphären (Sephiroten) liefert dazu die "universale Struktur", die sowohl auf der konkreten, als auch auf der abstrakten Betrachtungsebene anwendbar ist.
Was ist Wahrheit?
Über den Wahrheitsbegriff herrscht zunehmende Verwirrung in einer Zeit, wo Relativismus und Existenzialismus um sich greifen. Eine etymologische Betrachtung ist aufschlussreich: Im Sanskrit ist "satya" der Begriff für Wahrheit, zusammengesetzt aus "sat" (das Sein) und "tya" (das Ding), also das "seiende Ding", das eigenschaftslos und damit unveränderlich "ist".
Wahrheit ist das Zugrundeliegende, Ursächliche und Unveränderliche.
Wahrheit ist letztlich subjektiv, d.h. nicht objektivierbar.
Mit seinem epochalen Unvollständigkeitstheorem bewies Kurt Gödel, dass es kein hinreichend mächtiges axiomatisches System gibt, das alle Aussagen innerhalb seiner selbst beweisen kann. Ein System ist damit entweder paradox und vollständig, oder widerspruchsfrei und unvollständig.
Was ist Erkenntnis?
Erkenntnis wird durch Vergleich gewonnen, durch die Analogie: Etwas Neues, Unbekanntes kann nur erkannt werden, indem man dessen Eigenschaften mit etwas Altem, Bekanntem vergleicht. Die Einheit aller Dinge ist das Dogma, auf dem Erkenntnis und Analogiedenken aufsetzen.
Erkenntnis wird durch Vergleich des Unbekannten mit dem Bekannten erlangt.
Der "Anonymus d'outre tombe" formuliert dies grundlegend:
Das Dogma der Einheit des Wesens von allem, was existiert, geht jedem Erkenntnisakt voraus, und jeder Erkenntnisakt setzt das Dogma von der Einheit der Welt voraus. Das Ideal oder das letzte Ziel aller Philosophie und aller Wissenschaft ist die Wahrheit. Aber "Wahrheit" hat keinen anderen Sinn als den der Reduktion der Vielheit der Erscheinungen auf die wesensmäßige Einheit.
Die Analogie ist die grundlegende Erkenntnismethode, die aus dem Dogma der universalen Einheit folgt. In der Logik spielt sie drei Rollen: das Verfahren der Klassifikation, die Grundlage von Hypothesen und die Steigerung bekannter Analogien zur Vermeidung reiner Induktion.
Die vier Erkenntnisebenen
Wissenschaftliche Erforschung der Wahrheit erfolgt vom Veränderlichen zum Unveränderlichen. Dabei können vier Ebenen unterschieden werden: Die Phänomene, die Naturgesetze, die kosmischen Prinzipien und das reine, himmlisch-göttliche Sein.
In der Erkenntnis der Wahrheit wenden Naturwissenschaften, Numerologie und Spiritualität grundsätzlich dieselbe Analogiemethode an. Während sich die "exakten Naturwissenschaften" mit den unteren zwei Ebenen befassen, setzt die Numerologie direkt an der Ebene der Prinzipien an. Zahlen sind weit mehr als Quantoren, sie sind in erster Linie Qualifikatoren.
Beispiele der Erkenntnisebenen
Prinzipien unterscheiden sich von Naturgesetzen in ihrem Abstraktionsgrad. Beispiel: Phänomenologisch wird beobachtet, dass jeder Aktion eine Reaktion folgt. Das Naturgesetz dahinter ist der Impulserhaltungssatz. Das metaphysische Prinzip dahinter könnte die Yin-Yang-Polarität sein. Über dem Prinzip der Polarität steht die Einheit allen Seins.
Analogie zwischen Erkenntnisweg und kosmischer Ordnung
Das Bundesverfassungsgericht definierte: "Unter Wissenschaft fällt alles, was nach Inhalt und Form als ernsthafter Versuch zur Ermittlung von Wahrheit anzusehen ist."
Weil die Schöpfung paradox aufgebaut ist (Einheit in der Vielfalt), sind beide Enden - die Phänomene und das Sein - verbunden und müssen gleichermaßen "erfahren" werden. Das Symbol dafür ist die "göttliche Leiter" oder Jakobsleiter.
Der konzentrische kabbalistische Baum bildet die Urstruktur des Universums und des Erkenntnis- und Entwicklungsweges der Seele. Die Synthese von Exoterik (Naturwissenschaft) und Esoterik (Spiritualität) bedarf einer hermetischen Kosmologie, in der die Gesetze des Hermes Trismegistos gelten ("Wie oben, so unten, wie innen, so außen, wie im Großen, so im Kleinen").
Below the upper, above the lower is he [the sun] who knows his father. - Rigg Veda
Die Erweiterung des Bewusstseins über das Spektrum der Entwicklungsstufen erfolgt sprunghaft. In der Rigg Veda wird sie mit dem Auf- und Absteigen auf einer göttlichen Leiter verglichen: "Diese Stufen, die absteigend genannt werden, werden auch als aufsteigend bezeichnet."
Die Weltformel wird es niemals geben, denn das Paradox ist die Grundlage der Schöpfung: die Einheit in der Vielfalt. Ein anderes Wort für dieses Prinzip ist "Liebe". Liebe ist das Grundprinzip der Schöpfung - die Einheit in der Vielfalt, die Freiheit gewährt und dennoch alles erträgt.
Die Welt als Guckkasten (Spengler)
Die Welt als Guckkasten - das faustische Lebensgefühl der Leere
Das grundlegende Problem des kopernikanischen Weltbildes sind nicht dessen physikalische Widersprüche, sondern der Kontext - das Weltbild, das Bild von der eigenen Seele.
Oswald Spengler vollzieht in seinem Monumentalwerk "Der Untergang des Abendlandes" eine einzigartige Analyse unseres "faustischen Lebensgefühls", das uns so in Fleisch und Blut sitzt, dass wir dessen nicht bewusst sind: die Welt als "Guckkasten".
Apollinische versus faustische Kunstwahrnehmung
Die antike Seele
"Kein antikes Kunstwerk sucht eine Beziehung zum Betrachter. Eine attische Statue ist vollkommen euklidischer Körper, zeitlos und beziehungslos, durchaus in sich abgeschlossen. Sie schweigt. Sie hat keinen Blick. Sie weiß nichts vom Zuschauer. Sie steht unabhängig neben dem antiken Menschen, Körper neben Körper. Er empfindet ihre bloße Nähe, nicht ihre herandringende Macht. So äußert sich das apollinische Lebensgefühl."
Die magische Wende
"Die erwachende magische Kunst kehrte den Sinn dieser Formen um. Das Auge der Statuen konstantinischen Stils richtet sich groß und starr auf den Betrachter. Die Antike hatte das Auge blind gebildet; jetzt wird die Pupille gebohrt, das Auge wendet sich in den Raum hinein. Eine geheimnisvoll eindringende Fernwirkung geht von der Welt im Kunstwerk in die Sphäre des Zuschauers hinüber."
Das faustische Guckkastenbild
"Die abendländische Malerei von Lionardo an begreift den einen unendlichen Raum, dem das Werk und der Zuschauer, beide bloße Schwerpunkte räumlicher Dynamik, angehören. Das Gemälde richtet sich nicht auf den Zuschauer; es nimmt ihn in seine Sphäre auf. Der durch den Bildrahmen begrenzte Ausschnitt - das Guckkastenbild - repräsentiert den Weltraum selbst. Wir 'versenken' uns in ein Bild, das heißt, wir werden durch die Gewalt der Raumbehandlung in das Bild gezogen."
Das astronomische Weltbild als Seelenausdruck
Antike Erdgebundenheit
"Der apollinische Mensch hatte den weiten Weltraum nie bemerken wollen. Seine philosophischen Systeme schweigen sämtlich von ihm. Sie nehmen die Erdkugel als die schlechthin gegebene ganze Welt, und nichts wirkt seltsamer als die Versuche, das Himmelsgewölbe der Erde so zuzuordnen, dass deren symbolischer Vorrang nicht angetastet wird."
Faustische Raumeroberung
"Die erschütternde Vehemenz, mit welcher die Entdeckung des Kopernikus die Seele des Abendlandes durchdrang, und die tiefe Ehrfurcht, mit welcher Kepler die Gesetze der Planetenbahnen entdeckte - hier kam das altnordische Lebensgefühl, die Wikingersehnsucht nach dem Grenzenlosen zu ihrem Rechte. Dies gibt der echt faustischen Erfindung des Fernrohrs einen tiefen Sinn. Das wahrhaft religiöse Gefühl des heutigen Menschen beim Blick in den Sternenraum, ein Machtgefühl, wäre Sophokles als der Frevel aller Frevel erschienen."
Die Konstruktion des modernen Weltbildes
Interpretation statt Erfahrung
"Die Verneinung des 'Himmelsgewölbes' ist ein Entschluss, keine sinnliche Erfahrung. Alle modernen Vorstellungen über das Wesen des sternerfüllten Raumes beruhen nicht auf sicherem Wissen. Im Fernrohr sehen wir nur kleine helle Scheiben verschiedener Größe. Diese müssen erst durch viele und sehr gewagte Hypothesen umgedeutet werden, um ein geschlossenes Weltbild zu liefern. Der Stil dieses Bildes entspricht dem Stil unsrer Seele. Was wir 'sehen', sind lediglich Lichtzeichen; was wir 'verstehen', sind Symbole unsrer selbst."
Raumbeherrschung als Weltgefühl
"Das Pathos des kopernikanischen Weltbewußtseins beruht auf der Gewißheit, dass nunmehr dem Kosmos das Körperlich-Statische, das sinnbildliche Übergewicht des plastischen Erdkörpers genommen ist. Jetzt ist es der Raum, der das All beherrscht; 'Welt' bedeutet Raum, und die Gestirne sind kaum mehr als mathematische Punkte, winzige Kugeln im Unermeßlichen."
Physik als Ausdruck des Seelentypus
Spannung als faustisches Prinzip
"Das Pathos der Distanz ist gerade der Antike fremd, in der alles Menschliche der Nähe, Anlehnung und Gemeinsamkeit bedarf. Dies Pathos erscheint im Bilde der abendländischen Physik wieder: als Spannung. Das Prinzip der Spannung - entwickelt in der Potentialtheorie - ist für die moderne Physik grundlegend geworden. Es enthält eine Folgerung aus dem Begriff der Energie, des Willens zur Macht in der Natur, und ist deshalb für uns ebenso notwendig wie für antike Menschen unmöglich."
Religiöse Intoleranz als Raumdynamik
"Der faustischen Seele war das Dogma wesentlich, nicht der sichtbare Kult. Es ist der Gegensatz von Raum und Körper, von Überwindung und Anerkennung des Augenscheins. Eine faustische Religion konnte ihrer Natur nach keine Gewissensfreiheit gestatten - das widerspricht ihrer den Raum durchdringenden Dynamik. Das Kraftfeld einer Überzeugung ordnet alle darin befindlichen Geister seiner Spannung ein."
Spenglers Analyse zeigt, wie unser modernes Weltbild nicht objektive Realität, sondern Projektion unserer spezifisch "faustischen" Seelenverfassung darstellt - mit allen Konsequenzen für unser Lebensgefühl der Leere im unendlichen Raum.
Die Gottesfrage
Title: Heutiges Thema: "Die Gottesfrage" Date: 2016-01-14 Labels: Atheismus Der Glaube an die Wissenschaft als Ersatzreligion nimmt paradoxerweise gerade in Zeiten der Krise immer stärker zu - fanden ausgerechnet Wissenschaftler heraus. Auszug aus einer Diskussion in einem wissenschaftlichen Forum ("Urknall, Weltall und das Leben") mit einem "Wissenschaftsgläubigen".
Heutiges Thema: "Die Gottesfrage"
udogigahertz schrieb:
Welche Einstellung sollten wir denn deiner Meinung nach haben? Nochmal zur Erläuterung, was "Wissenschaft" eigentlich ist, was sie leistet und was nicht: Wissenschaft versucht, mit allgemein anerkannten Methoden Fragestellungen an die Natur zu beantworten,
Lieber Udo, diese landläufige Meinung wird zwar von vielen bequemen Atheisten geteilt, entspricht aber nicht derDefinition des Bundesverfassungsgerichtsvon "wissenschaftlicher Forschung", nämlich als "alles, was nach Inhalt und Form als ernsthafter, planmäßiger Versuch zur Ermittlung der Wahrheit anzusehen ist." Und die Frage nach dem "Warum" gehört mit Sicherheit auch zur Wahrheitsfindung!
udogigahertz schrieb:
Auch die Frage, wieso oder warum sich auf unserem Planeten irgendwann mal in ferner Vergangenheit die erste biologisch lebende Zelle entwickelt hat, wird letztlich von der Wissenschaft nie geklärt werden können, Aussagen dazu KANN die Wissenschaft nicht liefern.
Das kann man aber nicht trennen von der "Evolutionstheorie"!
udogigahertz schrieb: Die Wissenschaft kann lediglich Aussagen dazu machen, wie der Entwicklungsweg des Lebens verlaufen ist (Evolution) wobei leider auch hier wieder gewaltige Lücken im Wissen bestehen, weil man ja nur aus fossilen Überresten einen "Blick in die Vergangenheit" werfen kann. Leider gibt es da allzu viele Lücken, nicht jeder Organismus, nicht jede Art hat uns versteinerte Überreste hinterlassen. Dennoch gilt die Evolution als wissenschaftlich gesichert. Ein Schöpfergott ist dazu NICHT erforderlich!
Unsinn! Wenn Du auch noch so oft eine Lkw-Ladung Ziegelsteine einen Abhang hinunterkippst, wird unten niemals ein Ziegelhaus stehen bleiben! Außerdem würde jedes "zufällig" neue Merkmal einer Rasse im Genpool sofort wieder verloren gehen, wenn es nicht durch künstliche Zucht isoliert würde. Denk doch mal ein bißchen logisch!
udogigahertz schrieb:
Allerdings verweise ich auf das von der Wissenschaft nicht lösbare "Problem" der Herkunft der ersten Zelle bzw. warum diese hier einfach so entstanden ist, es kann alles ein Zufall sein, das Zusammentreffen glücklicher Umstände ........ oder auch nicht. Dazu kann die Wissenschaft keine Aussage machen.
Genau so ist es, mein Lieber! Wenn man keine Ahnung hat - einfach mal die Klappe halten! Das ist nicht persönlich gemeint!
udogigahertz schrieb:
Man kann nun die nicht lösbaren oder die noch nicht gelösten Fragen damit beantworten, dass man diese Fragen offen lässt oder wartet, bis die Wissenschaft Antworten hat, oder ........... man kann natürlich auch annehmen, dass eine "höhere Entität" hier ihre Finger oder Tentakel oder was auch immer im Spiel hatte.
Die zweite Möglichkeit wäre doch die logische Schlussfolgerung für jeden vernünftig Denkenden, findest Du nicht?
udogigahertz schrieb:
Damit betreten wir aber die Glaubenswelt, die sich von der Wissenschaft fundamental dadurch unterscheidet, dass man prinzipiell darüber nichts weiß, dann müsste man ja nicht "glauben", dann wüsste man es ja
Siehe oben. Wenn jemand aufgrund wissenschaftlicher Arbeit, nämlich genauer Beobachtung und logischer Schlussfolgerung zu der Erkenntnis kommt, dass es einen Schöpfer gibt, glaubt nicht nur einfach, sondern ist sich sicher! Die meisten großen Wissenschaftler waren gläubig. Von Stephen Hawking halte ich persönlich nichts. Weder menschlich, noch fachlich. Den Behindertenbonus bekommt bei mir auch keiner, der 30 Jahre lang (!!) den renommiertesten Lehrstuhl (Lucasischer Lehrstuhl für Mathematik, Cambridge) aus purer Geltungssucht blockiert hat. Ich bewundere dagegen den deutschen Chemiker und MathematikerDr. Peter Plichta("Gottes geheime Formel"). Seine Bücher, in denen er sein persönliches Leben, seinen Glauben und seine wirklich genial-einfachen wissenschaftlichen Erkenntisse zusammenführt, sind spannender als jeder Krimi!
udogigahertz schrieb: Von daher ist dieses eher wissenschaftlich orientierte Forum für die Diskussion solcher Glaubensfragen eher nicht so gut geeignet, vor allem auch deshalb, weil es ja nicht EINEN "wahren" Glauben gibt, sondern neben den großen Weltreligionen noch jede Menge Sekten und dazu hat wohl ein jeder Mensch seinen ganz persönlichen Glauben. Meiner Meinung nach sollte Glaubenssache Privatsache bleiben.
Nochmal: Wissenschaft hat die Aufgabe, die Wahrheit herauszufinden. Wahrheit ist das, was sich nicht verändert. Der Wahrheit kommt man näher, indem man die Phänomene studiert, aus ihnen Gesetze ableitet, aus den Gesetzen die Prinzipien destilliert, um letztlich beim reinen "Sein" anzukommen. Jede Erkenntnis muss sich zwingend des Analogieprinzips bedienen, nämlich das Unbekannte mit dem Bekannten vergleichen. Dazu ist das Dogma der grundlegenden Einheit aller Dinge die Voraussetzung, sonst könnte man nicht vergleichen. Und die grundlegende Einheit verlangt einen gemeinsamen Ursprung = Schöpfer!
Noch Fragen?
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"One must be sane to think clearly, but one can think deeply and be quite insane.” - Nikola Tesla
Weiblich und Männlich
Title: Erkenntnis mittels des Prinzips von weiblich und männlich Date: 2015-12-26 Labels: "Würden die Wissenschaftler in Kategorien von männlich und weiblich denken, würde die Wissenschaft viel schneller Fortschritte machen." - Sai Baba, Sanatana Sarati Monatsheft, um 1993
Die Gültigkeit dieser Behauptung ist naheliegend, denn der Erkenntnisprozess findet immer in Richtung Vereinfachung statt. Von den peripheren Phänomenen über die Gesetze zu den Prinzipien und letztlich dem reinen Sein. Die heutigen Wissenschaftler trachten jedoch nicht mehr nach der Wahrheit, sondern drehen genauso im Hamsterrad des Broterwerbs mit, machen nur noch ihren Job, wie auch die Priester. Sie lehnen das analoge Denken in abstrakten Kategorien ab, denn dies setzt auch das Dogma der grundlegenden Einheit aller Dinge voraus. Wer jedoch "Zufall" und "Chaos" als Grundprinzip des Universums annimmt, kann keine Analogieschlüsse ziehen, muss sich wie ein Blinder durch die Phänomene tasten und kann Gesetzmäßigkeiten nur zufällig entdecken, statt sie aus den übergeordneten Prinzipien zu deduzieren. Das Prinzip des Fortschrittes ist Effizienzsteigerung, d.h. mit immer weniger Aufwand immer mehr erreichen. Man kann es auch als Verdichtung , bzw. Negentropie bezeichnen. Alles Grundlegende und Wirksame ist einfach. Denn die Vielfalt (das Komplexe, Komplizierte) entwickelt sich stets aus dem Elementaren, der Einheit. Die beiden Grundprinzipien "männlich" und "weiblich" lassen sich in Unterprinzipien unterteilen, die sich in Themen gruppieren lassen und denen wiederum eine Zahl zugeordnet werden kann. Im Folgenden ein zaghafter Versuch, in dessen provisorischer Unvollständigkeit und stellenweiser Widersprüchlichkeit/Ungeordnetheit sich dennoch bereits faszinierende (numerologische) Querverbindungen offenbaren: Männlich <> Weiblich
Vater <> Mutter
Mann <> Frau
Yang <> Yin
Sonne <> Mond
Gold <> Silber
1 <> 2
3
Zentrum <> Peripherie
Mittelpunkt <> Kreis
Kern <> Hülle
Inhalt <> Verpackung
Wesentlich <> Unwesentlich
Wahrheit <> Illusion
innen <> außen
Zellkern <> Zellmembrane
Lingam <> Yoni
Stab <> Öffnung
Linie <> Kreis
Oszillation <> Rotation
Vertikal <> Horizontal
1 <> 6
7
Überfluss <> Mangel
Reichtum <> Armut****
Natrium <> Chlor
Elektron <> Proton
Basisch <> Sauer
Sperma <> Vaginalsekret
11 <> 9
Ein Welt im Übergangszustand wird symbolisiert durch die Zahlen des Ungleichgewichts, nämlich 9 und 11.
Ausgleich
Das Prinzip des Ausgleichs****wird zahlenmäßig nicht durch die Summe, sondern sinnigerweise durch die Mitte, die Synthese beider Pole/Extreme von Überfluss und Mangel symbolisiert. In der Chemie ist das Salz das perfekte Friedenssymbol, da es als "Reaktionsprodukt" einer Säure und einer Base entsteht. Die Bindung ist jedoch nicht fest/molekular, sondern lose/ionisch. Während Natrium und Chlor zu den reaktivsten Elementen zählen, ist Neon mit der Ordnungszahl 10 das reaktionsträgste, ruhigste Element (frei nach dem Motto: wer nicht will, der hat schon).
Frieden (Shanti)
Ordnung
Gleichgewicht
Kochsalz (NaCl)
Neon
10
Wie schon im Blogeintrag "Die okkulte Bedeutung von 9/11" erwähnt, lässt sich die Zahl Elf vor allem als Summe von 6 und 5 darstellen, die wiederum mit den wichtigsten geometrischen Symbolen der Freimaurerei assoziiert sind. Pentagramm <> Hexagramm
Bewegung <> Ruhe
Spannung <> Entspannung
Weiß <> Rot
Sperma <> Blut
Mars <> Venus
5 <> 6
Schöpfungsdynamik
Einheit in der Vielfalt
Einheit <> Vielfalt
Gott <> Schöpfung
Himmel <> Erde
Einfachheit <> Komplexität
Verdichtung <> Ausdehnung
Zentripetal <> Zentrifugal
Erstarrung <> Fluss
Struktur <> Chaos
Eis <> Wasser
Steinbock <> Krebs
Saturn <> Mond
1(0) <> 4
Spiegelung
Ich <> Du
Widder <> Waage
Krishna <> Radha
Strahl <> Reflektion
Gott <> menschliche Seele
1 <> 7
Die Farben des Wikinger-Segels, sowie des Union Jack (Ami-Flagge) und des Templer-Kreuzes, aber auch Santa Claus (Satans Cause) und Coca-Cola sind weiß und rot. Weiß steht für den männlichen Sperma, rot für das weibliche Menstruationsblut. Das Kreuz symbolisiert auch die Durchdringung des männlich-vertikalen Prinzips durch das weiblich-horizontale Prinzip. Für die Dämonen gibt es keine höhere Wahrheit, als den ewig lustvollen Tanz von Shiva-Shakti. Sie leugnen und bekämpfen den Schöpfer und den höheren Sinn des Lebens (Transformation durch Liebe).